Ostfriesische Inseln – Inselwelt vor Niedersachsen

Ostfriesische Inseln – Inselwelt vor NiedersachsenStarten wir mit einer Fangfrage: Wo liegen sie denn – die Ostfriesischen Inseln? Ganz klar, sie befinden sich in der Nordsee. Und wo da? Wir unterteilen die Inseln der Nordsee nämlich in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln. Die „Nordfriesischen Inseln“ befinden sich vor der Küste Schleswig-Holsteins. Somit liegen die „Ostfriesischen Inseln“ vor der Küste Niedersachsens.  Es sind 7 an der Zahl. Sie werden gerne auch die „Sieben Schwestern“ genannt. Eines aber sind sie ganz gewiss – total unterschiedlich. Keine ist wie die andere. Grund genug, um sie alle ein Mal zu besuchen.

Borkum – die größte ostfriesische Insel

Es ist Borkum. Sie ist nicht nur die größte ostfriesische Insel, sondern auch die südlichste und westlichste. Kaum jemand weiß, dass sie bei Insidern die „Bohneninsel“ genannt wird. Kein Wunder, hat man doch schon um das Jahr von Christi Geburt Bohnen auf dem Eiland angepflanzt. Dies haben die Römer, die sich hier auf Eroberungszügen befanden, doch haben sie es in ihren Aufzeichnungen festgehalten.

Wer nach dem Alter Borkums fragt, wird man feststellen können, dass sie aus der ehemaligen Insel „Bant“ hervorging, die bereits im Altertum verzeichnet war.

Borkum ist stolze 36 km² groß und beherbergt rund 5.000 permanente Einwohner. Im Sommer dagegen wird es etwas eng: Sobald die Ostersaison beginnt, strömen die Urlauber auf die Insel und das bis spät in den Herbst. Rund 300.000 Gäste kann die Insel jährlich verzeichnen. Viele von ihnen sind überzeugte „Wiederholungstäter“.

Was macht Borkum so beliebt? Vielleicht hört es sich etwas heftig an. Aber auf Borkum ist man vollkommen normal geblieben. So haben viele in den 1980ern und 1990ern das Leben hier kennengelernt. Sicherlich hat man in der Zwischenzeit auch die eine oder andere Luxusboutique und Kunstgalerie Einzug halten lassen. Ebenso erfreuen sich das Spielcasino sowie das Nachtleben eines guten Zulaufs. Und doch sind es die Sonnenanbeter, Schwimmer und Kite-Surfer, die sich an dem 26 km langen Sandstrand erfreuen. Vergessen wir nicht die Kutschfahrten zu den Seehundsbänken. Für Familien ist die Insel einfach klasse. Sicherlich könnte man sein Auto mitnehmen. Allerdings ist eigentlich alles auch mit dem Fahrrad oder der Insel-Bimmelbahn zu erreichen. Das Gepäck wird von der Fähre bis zum Hotel oder Mietwohnwagen gebracht. Einiges ist eben doch noch unkompliziert. Zudem ist die Überfahrt mit der Fähre für das Auto recht teuer. Lassen Sie es besser auf dem Fährparkplatz stehen.

Auf Borkum herrscht bereits Hochseeklima, das vom Golfstrom geprägt ist. Pollenarm und jodhaltig ist es besonders bei Menschen mit Atemwegerkrankungen sehr beliebt, als Urlaubs-, aber auch als Kurort.

Juist, die längste von allen

Sie ist zwar 17 Kilometer lang, dafür aber nur 500 Meter breit. Damit erreicht sie 16,5 km² und beherbergt knapp 1.500 permanente Einwohner bei einer Urlauberzahl von rund 100.000 jährlichen Gästen.

Diese Insel ist einfach natürlich und unumwunden friesisch geblieben. Die große Urlauberzahl scheint ihr überhaupt nichts auszumachen. Diese Insel ist AUTOFREI und verfügt über einen Süßwasserbinnensee. Eine absolute Rarität auf den Inseln der Nordsee.

ACHTUNG: Für Hunde besteht eine absolute Leinenpflicht – auch am Strand.

Norderney, sie ist die Königin

Sie ist die jüngste der ostfriesischen Inseln und erst im 14. Jahrhundert entstanden. Damals lag zwischen Juist und Baltrum noch die Insel Buise. Sie zerbrach bei einer Sturmflut, wobei der eine Teil im Meer versank und der andere heute als Norderney bekannt ist.

Sie weist 25 km² bei einer Länge von 14 km und einer Breite von 1 bis 2 km. Knapp 6.100 Einwohner heißen pro Jahr mehr als 500.000 Urlauber willkommen. Auch wenn Norderney die zweitgrößte der ostfriesischen Inseln ist, handelt es sich um eine sehr große Zahl. Sicherlich ist sie damit wesentlich weltoffener und moderner als die Nachbar-Inseln. Dennoch versteht sie sich als moderner, mondäner Kurort, der seine Traditionen bewahrt hat und sich immer noch als ein kulturelles Zentrum wahrnimmt.

Für Radfahrer, Reiter und Spaziergänger ist die Insel mit einem fantastischen Wegenetz ausgestattet, sodass es überhaupt nicht langweilig werden kann. Autos dürfen zwar mitgenommen werden. Ob sich dies jedoch lohnt, muss individuell entschieden werden.

Baltrum – die kleinste

Seit 600 Jahren ist Baltrum urkundlich erwähnt. Doch ist sie mit ihren 6,5 km² die kleinste Insel an der niedersächsischen Küste. Nur 500 permanente Einwohner leben hier. Knapp 80.000 Gäste können hier pro Jahr den Urlaub genießen. Wer WIRKLICH entschleunigen möchte, sollte hier den Urlaub buchen. Denn Autos sind hier unerwünscht und Fahrräder nur für die einheimische Bevölkerung vorgesehen. Schnell ist hier einfach nicht möglich. Und man möchte es auf Baltrum auch gar nicht anders.

Die Insel der Kinder – Langeoog

Es ist fast unglaublich, dass sie bereits im Jahr 1239 erstmalig in den Überlieferungen und Unterlagen erwähnt wird. 2.000 permanente Einwohner verteilen sich auf die 20 km², auf denen in den Sommermonaten auch bis zu 100.000 Urlaubsgäste untergebracht werden.

Spricht man von der „kinderlieben Insel Langeoog“, kann dies falsch verstanden werden. Auf den anderen Inseln sind Kinder ebenso gerne gesehen. Doch gibt es auf Langeoog ein besonderes Angebot für die Eltern, damit diese auch Unternehmungen machen können, bei denen die Kinder nicht mitkommen können. Ein riesengroßer Spielplatz sowie zwei Betreuungshäuser, in denen die Kinder stunden- oder tagesweise betreut werden können, finden bei Familien großen Anklang. Während die Kinder sich mit Gleichaltrigen die Zeit vertreiben, können die Eltern den eigenen Interessen nachgehen.

Auch diese Insel ist autofrei. Die Inselbahn fährt vom Hafen bis zum Bahnhof des Ortes. Fahrräder und die Füße – mehr brauchen Sie hier nicht, um sich auf der Insel vorwärtszubewegen.

Spiekeroog – die urigste und die stillste

So genau weiß niemand, wann die Insel besiedelt wurde. Vermutet wird die Zeitenwende. Allerdings ist der erste urkundliche Beleg auf das Jahr 1398 datiert. Rund 800 Einwohner teilen sich die 17 km², im Sommer sogar mit bis zu 100.000 Urlaubern. Wer einen modernen, mondänen Urlaubsort bevorzugt, ist hier verkehrt. Hier wird jeder Gast mit dörflichem Charme und Urtümlichkeit bekehrt. Autos und Fahrräder werden hier vergeblich gesucht. Die Natürlichkeit, die Ursprünglichkeit der Insel soll unter allen Umständen erhalten bleiben. Ist es hier jemandem zu ruhig, gibt es nur eines – mit der nächsten Fähre wieder zum Festland fahren.

Wangerooge – am östlichsten gelegen

Ja, die erste urkundliche Datierung lautet auf das 14. Jahrhundert. Wer aber genauer hinschaut und seinem Instinkt vertraut, kann sich beinahe denken, dass sie schon früher besiedelt war.

Groß ist Wangerooge nicht, nur knapp 5 km². Sturmfluten, die regelmäßig zu verzeichnen sind, sorgen leider regelmäßig für Landabbrüche. So kann es kommen, dass man die Form der Insel von einem aufs andere Jahr nicht mehr wiedererkennt. 1.200 Einwohner wie auch die 140.000 Urlaubsgäste schauen sich dieses Spektakel jedes Jahr an. Es klingt verrückt, aber diese große Zahl Urlauber scheint sich irgendwie zu verlaufen. Man bemerkt es gar nicht, dass noch so viele andere Menschen zeitgleich hier zugegen sind.

Es gibt ein Inselbähnchen, sodass das Auto getrost zu Hause bleiben kann. Gleich drei Leuchttürme sind hier zu finden.

…und wann buchen Sie?

Tja, dieser Artikel muss nun zu einem Ende kommen. Vielleicht kann ja doch noch auf die Schnelle eine Unterkunft auf einer der Inseln buchen.

Vielleicht waren Sie in der Zwischenzeit schneller und haben sich Ihren nächsten Urlaub auf einer der 7 Schwestern bereits gesichert.